| 16. Mai 2010
Wie schon in der Vorrunde, so war auch diesmal das Derby FC Tittling gegen die SG Kirchberg/Otterskirchen ein spannungsgeladenes Highlight im regionalen Mädchenfussball. Das direkte Duell um die Vizemeisterschaft zwischen den beiden punktgleichen Teams (mit drei Ex-Kirchbergerinnen in Reihen der Tittlinger) versprach wiederum hartumkämpft zu werden, weshalb der FC Tittling einen offiziellen Schiedsrichter für dieses Spiel anforderte und der erfahrene Siegfried Domani vom SV Habischried (SR-Gruppe Zwiesel) zugeteilt wurde. Nach dem unbefriedigenden 4:0 aus der Vorwoche beim Tabellenvorletzten DJK Grattersdorf (Tore: Corinna Beier und 3 x Steffi Sammer) freute man sich diesmal auf ein Spiel, wo der Gegner mitspielen und sich nicht fast das gesamte Spiel über mit der kompletten Mannschaft in der eigenen Hälfte einigeln würde.
Den besseren Start erwischten die Gäste aus Kirchberg/Otterskirchen, die in den ersten 10 Minuten mächtig los legten, aber ohne Torerfolg blieben. Erst danach vermochten sich die Tittlinger zu befreien und setzten ihrerseits unser Team zunehmend unter Druck. Mitten in diese Tittlinger Drangphase hinein fiel in der 27.Minute der Führungstreffer für unser Team durch Steffi Sammer nach einem platzierten Weitschuß. Danach erspielten sich die Gastgeber zwar einige weitere gute Möglichkeiten zum Ausgleich, vergaben teils aber auch die besten Chancen kläglich oder scheiterten an unserer glänzend aufgelegten Torhüterin Kerstin Weiss. Aber auch unser Team kam immer wieder gefährlich vors Tittlinger Tor und vergab, z.B. durch die freistehende Sandra Bernkopf, einige hochkarätige Tormöglichkeiten.
In der zweiten Hälfte zunächst ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Nach einer Ecke war in der 60.Minute im Gewühl Jessi Aulinger letztlich am schnellsten zur Stelle und erhöhte auf 2:0. Lange sollte diese klare Führung aber nicht andauern, schon fünf Minuten später verkürzte der FC Tittling zum 1:2. Danach begann ein Sturmlauf der Tittlinger, in dessen Verlauf unsere Abwehr gehörig unter Druck geriet. Seinen unrühmlichen Beitrag zu den hochkochenden Emotionen leistete besonders der Schiedsrichter, der identische Situationen wie Rempler im gesamten Spielverlauf immer wieder unterschiedlich bewertete – aus unserer Sicht leider viel zu oft zugunsten der Gastgeber. Dies brachte unseren Trainer Edi Zilch nach einer weiteren Fehlentscheidung so sehr auf die Palme, dass er den Schiedsrichter mehrfach lautstark aufforderte, doch endlich „gescheit zu pfeifen“. Der Schiri reagierte hierauf mit Platzverweis für Edi Zilch und drohte mit Spielabbruch, sollte er sich nicht sofort aus dem Stadion-Innenraum entfernen. Dafür, dass er diese zweifellos in dieser lautstarken Form nicht tragbare Kritik von Edi mit seinen fortgesetzt nicht nachvollziehbaren Entscheidungen selbst provoziert hatte, reagierte er deutlich übertrieben auf die verständliche Verärgerung des Gästetrainers. Ins Bild passte dann eine weitere Situation in der 80.Minute: Tittlings Lisa Fredl stand bei einem weiten Paß deutlich hinter unserer Abwehr (der Autor dieses Artikels – selber erfahrener Schiedsrichter – stand hierbei genau auf ihrer Höhe an der Seitenlinie, um sich dieses klare Urteil erlauben zu können), wurde vom Schiri aber nicht zurück gepfiffen und konnte so ungehindert zum 2:2-Ausgleich einnetzen. Auf Anfrage hin war er sich absolut sicher, dass kein Abseits vorgelegen habe – im Mittelkreis stehend allerdings konnte er die Situation aber auf jeden Fall wesentlich schlechter beurteilen.
Trotzdem steckten unsere Mädels nicht auf und wurden in der 87. Minute mit dem erneuten, heftig umjubelten Führungstreffer durch Steffi Sammer belohnt. 3 Minuten Restspielzeit sagte der Schiedsrichter kurz danach an – warum 5 Minuten später immer noch gespielt wurde, wird wohl auf ewig sein Geheimnis bleiben. Auf jeden Fall reichte die Nachspielzeit, damit Tittling in letzter Sekunde doch nochmals den glücklichen Ausgleich zum Endstand von 3:3 erzielen konnte, wobei unsere Abwehr nicht gut aussah, als sich gleich mehrere unserer Abwehrspielerinnen von Tittlings Ex-Kirchbergerin Michi Pretzl vernaschen ließen.















