| 19. September 2009
Der Anfang war nicht leicht. Es gehörte schon eine gehörige Portion Mut und Durchsetzungsvermögen bei den Männern der ersten Stunde des Sportvereins Kirchberg dazu, trotz mancher Widerstände und Hindernisse den Verein zu gründen. Die erste Vereinsvorstandschaft, bestehend aus Alfons Schmid, Eduard Schopf, Willi Schopf, Elmar Karlstetter, Rudi Hackl und Alois Ratzinger, die in der Gründungsversammlung am 31. Mai 1964 im Gasthaus Ranzinger gewählt wurde, sah sich vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Sportplatzgelände großen Problemen gegenüber. Nachdem man zunächst auf den Plätzen des jeweiligen Gegners seine Heimspiele austragen musste, konnte ab Oktober 1964 auf einer Wiese in Rötzing gespielt werden. Im Frühjahr musste man dann auf den Platz des Nachbarvereins nach Otterskirchen ausweichen.
Groß war die Freude, als es der Gemeinde im Juli 1964 gelang, von Erich Bürgermeister ein Grundstück an der Ebersberger Straße zu erwerben. Um die Kosten für die Platzherstellung niedrig zu halten, bemühte man sich um die Mithilfe der Bundeswehr. Die Pioniere aus Passau begannen noch im Juli 1964 mit der Abholzung der Bäume. Die Planierungsarbeiten konnten von einer Privatfirma dank der günstigen Witterung im Frühjahr 1965 recht schnell abgeschlossen werden, so dass man zeitig mit dem Aufkiesen und Aufsanden des Platzes beginnen konnte. Die damals amtierende Vorstandschaft mit Fritz Hübner und Eduard Schopf an der Spitze hat sich neben zahlreichen anderen Mitgliedern große Verdienste bei den umfangreichen Arbeiten zur Platzerstellung erworben.
Schon am 31. Januar 1965 konnte auf der erst teilweise fertigen Anlage ein Freundschaftsspiel ausgetragen werden. Am 08.08.1965 erteilte dann Pfarrer Stöckl der Sportanlage die kirchliche Weihe. Nun waren die Voraussetzungen für einen ordentlichen Spielbetrieb in Kirchberg gegeben. Mit großer Begeisterung und wechselndem Erfolg beteiligten sich der SV Kirchberg an der Verbandsrunde in der C-Klasse Passau.
Ein erster herber Verlust traf den Verein im Jahre 1966, als Vereinsgründer Elmar Karlstetter dienstlich nach Pfarrkirchen versetzt wurde. Karlstetter, der sich sowohl in der Zeit der Vereinsgründung sowie als aktiver Spieler und Betreuer der Nachwuchsfußballer bleibende Verdienste um den Verein erworben hatte, hinterließ eine schwer zu schließende Lücke.
Die Vereinsführung bemühte sich in den folgenden Jahren um eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereins.
Als einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte kann zweifellos der Beitritt zur Deutschen Jugendkraft angesehen werden. In der Generalversammlung am 15. Januar 1967 stimmten die Mitglieder mit deutlicher Mehrheit diesem Beitritt zu, der sich für den Verein als richtige und vorteilhafte Entscheidung zeigte.
Das Jahr 1971 ging als Jahr des Aufbruchs in die Vereinsgeschichte ein. Nachdem die notwendigsten Voraussetzungen für einen reibungslosen Fußball-Spielbetrieb geschaffen waren, machte sich die Vereinsführung zu neuen Zielen auf. Verbesserte Waschgelegenheiten beim Vereinswirt Ranzinger, die Planungen für einen Ausweichplatz, wichtige Satzungsänderungen und eine Beitragserhöhung waren die wichtigsten Maßnahmen in dieser Zeit. Der Bau des Ausweichplatzes, der den finanziellen Rahmen des Vereins zu sprengen schien, machte eine Eintragung ins Vereinsregister sowie wegen der Zuschussrichtlinie eine neuerliche Beitragserhöhung notwendig.
Am 27. April 1974 konnte erstmals auf dem Ausweichplatz gespielt werden. 1974 war auch das Jahr, in dem der Verein sein 10jähriges Bestehen feierte. Vom 2. - 4. August wurde der Bevölkerung neben einem umfangreichen sportlichen Programm auch reichlich Gelegenheit zur Unterhaltung geboten.
Gründungsmannschaft 1964
hinten v.l.n.r.: Sigl S., Fehrer A., Gohlisch G., Braumandl K. sen.,
mitte: Dichtl M., Gerlesberger A., Stargalla L., Sigl A.,
sitzend: Sigl E., Gohlisch W., Schopf A., nicht auf dem Bild: Fehrer G. sen.
Schon im Jahr danach begann man mit dem Ausbau der neuen Sportanlage. Im Zuge der Neugestaltung des bisherigen Sportplatzes errichtete der Verein ein eigenes Sportheim (Umkleidekabinen). Vor allem dank der unermüdlichen freiwilligen Helfer gelang es, auch die Kosten dieser Baumaßnahme in für den Verein erträglichen Grenzen zu halten. Die Einweihung der neuen Sportanlagen im August 1978 kann mit Recht als Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bezeichnet werden. Vorstand Eduard Schopf und Bürgermeister Rankl konnten zahlreiche Ehrengäste und Besucher zu den Feierlichkeiten begrüßen, Pfarrer Liebl gab bei der Einweihung der Hoffnung Ausdruck, dass diese neue Sportanlage dazu beitragen möge, die Freizeit der jungen Menschen sinnvoll zu gestalten. Mit der neuen Sportanlage, die in ihrer Anordnung und Einbindung in die Landschaft als überaus gelungen bezeichnet werden darf, ist seitdem der Stolz des Vereins. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass die Gemeinde stets ein offenes Ohr für die Belange des Sportvereins Kirchberg hatte und dass ohne die Bereitstellung der Grundstücke und die zusätzliche Unterstützung der Bau der Anlage in seiner jetzigen Form wohl nicht möglich gewesen wäre.
Zusätzlich gewann die Sportanlage an Attraktivität und Freizeitwert, als die Gemeinde im Jahre 1984 zwei Tennisplätze und einen Allwetterplatz erstellte. Damit waren die Voraussetzungen für die Gründung einer Tennisabteilung im Sportverein geschaffen. Auch der Schulsport profitierte in nicht unerheblichem Maße von den neuen Anlagen.
1984 erlebten die Mitglieder des Vereins einen neuerlichen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Vom 15. - 17. Juni feierte man das 20jährige Bestehen des Vereins. Zahlreiche Ehrengäste, Gastvereine, Mitglieder und Freunde des Vereins formierten sich zu einem imposanten Festzug durch das festlich geschmückte Kirchberg. Bei herrlichem Wetter wurde Mitgliedern und Gäste ein attraktives Programm geboten. Schirmherr Elmar Karlstetter blickte in seiner Rede auf die zurückliegenden 20 Vereinsjahre zurück und sagt, dass der Verein nicht von der Vergangenheit leben könne. Viel mehr gelte es, den Blick in die Zukunft zu richten und der Jugend das Hauptaugenmerk zu schenken. Eine gute sportliche Förderung der Jugend sei die beste Versicherung des Vereins, einmal Erreichtes zu behalten und fortzuentwickeln.
Das vorläufig letzte Kapitel in der kontinuierlichen Entwicklung des Vereins zu einem vielseitigen Sportverein war die Gründung einer Tennisabteilung im März 1985. Nachdem die Gemeinde mit dem Bau zweier Tennisplätze, die notwendigen Bedingungen geschaffen hatte, fanden sich sehr schnell zahlreiche tennisbegeisterte Sportlerinnen und Sportler. Bereits im Mai konnte der Spielbetrieb beginnen.
















